Die Geschichte der Neuapostolischen Kirche in der Umgebung Elze, Gronau und Nordstemmen geht bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. Amtsträger aus den Gemeinden Hildesheim und Hannover wurden beauftragt, in Elze zugezogene Geschwister zu betreuen und Gottesdienste durchzuführen. Seit dem Jahr 1925 wurden dort regelmäßig neuapostolische Gottesdienste gefeiert. In dieser Zeit fanden auch erste Gottesdienste in den Orten Gronau und Nordstemmen statt. 1927 war die Anzahl der Gläubigen soweit angewachsen, dass von einer Gemeinde in Elze gesprochen werden konnte. Maßgeblich an der Verbreitung der neuapostolischen Glaubenslehre war der spätere Diakon Heinrich Meyer aus Elze beteiligt.
Anfänglich fanden die Gottesdienste in Elze in der Rathausschule und später in einer Gastwirtschaft statt. Auch in Gronau konnten Räumlichkeiten in Gaststätten für die Gottesdienste genutzt werden. In Nordstemmen stellten die Glaubensgeschwister Kasten ihre Wohnung für Gottesdienste zur Verfügung.
Nachdem die Glaubensgeschwister aus Gronau und Nordstemmen wieder die Gottesdienste in Elze besuchten, wurden neue Räumlichkeiten nötig. Ein geeigneter Raum konnte „Im goldenen Winkel“ in Elze gefunden werden. Am 11. Dezember 1935 weihte der damalige Apostel Hermann Knigge diesen Raum für die Gemeinde Elze. Von diesem Gottesdienst stammen die beiden schwarz/weiß Bilder im Foyer.
Die Gemeinde in Elze entwickelte sich und es kamen viele Gläubige hinzu. Einen großen Zuwachs erlebte die Gemeinde nach den Kriegsjahren aufgrund des hohen Zuzugs aus den Ostgebieten. Mit den Jahren wurde die Versammlungsstätte zu klein und entsprach nicht mehr den Anforderungen eines aktiven Gemeindelebens. Eine ehemalige massiv gebaute Scheune konnte gefunden und zu einer Kirche umgebaut werden. Die Freude war groß, als am 22. Dezember 1956 die eigene Kirche durch Bezirksapostel Knigge im „Draustweg 2“ in Elze geweiht wurde. Das große und liebevoll gepflegte Grundstück bot viele Möglichkeiten. Unzählige Gemeindefeste fanden dort statt, die noch heute gut in Erinnerung geblieben sind.
Bis in das Jahr 1957 wuchs auch die Zahl der Gläubigen aus Gronau, sodass dort auch eine eigene Gemeinde gegründet werden konnte. Am 13. April 1957 weihte Bischof Friedrich Ernst Räumlichkeiten über einer Backstube in der Südstraße. 1960 bot sich die Gelegenheit, die ehemalige Gaststätte „Bergmühle“ zu erwerben und als Kirche inkl. Hausmeisterwohnung umzubauen. Es handelt sich dabei um die gleiche Gaststätte, die bereits in den 1930er Jahren für Gottesdienste genutzt werden konnte. Das Bild mit den Stühlen und Blick auf Gronau in der Kirche erinnert an das ehemalige Lokal. Am 3. September 1960 erfolgte der Weihgottesdienst der Kirche am „Hoher Escher 9“, ebenfalls durch den Bischof Ernst. Viele Jahre konnte die Gemeinde Gronau diese Kirche nutzen, bis am 14. Dezember 1983 Bezirksapostel Arno Steinweg die neu gebaute Kirche in Gronau weihte. Sie befindet sich auf dem gleichen Grundstück. Die ehemalige Kirche wurde zu Teilen zurückgebaut und diente fortan als Wohnhaus.
In den 50er Jahren kamen auch viele Gemeindemitglieder aus Nordstemmen zum Gottesdienst nach Elze. Es wurde nach geeigneten Räumlichkeiten gesucht und am 19. März 1960 weihte Bischof Ernst nach einer Renovierung eine ehemalige Wäscherei in der „Hauptstraße 127“ in Nordstemmen für die Gottesdienstdurchführung. Viele Gläubige kamen hinzu, sodass 1972 auch in Nordstemmen eine eigene Gemeinde gegründet werden konnte. Schnell wurden die bisherigen Räumlichkeiten zu klein. 1977 fand sich ein passendes Grundstück. Nach umfangreichen Bauarbeiten erfolgte schließlich am 21. November 1980 der Weihegottesdienst der eigenen Kirche „Am Born 3“ durch Bezirksapostel Steinweg.
Obwohl die drei Gemeinden Elze, Gronau und Nordstemmen nun jeweils eigenständig waren, blieben die Verbindungen untereinander immer bestehen. Auch gemeinsame Ereignisse konnten gefeiert werden. Unter anderem hat ein gemeinsamer Männerchor die beiden Besuche der Stammapostel Urwyler und Fehr auf der Marienburg in den 80er Jahren musikalisch begleiten. Auch Gemeindefeste und Weihnachtsfeiern wurden zusammen gefeiert.
Zur Bündelung der Kräfte fanden ab den 2000er Jahren gemeinsame Gottesdienste und weitere Veranstaltungen, wie Chorproben, statt. Aufgrund der demographischen Entwicklung und zum Erhalt einer lebendigen Gemeinde erfolgte schließlich am 4. Dezember 2011 die Gründung der Gemeinde Leinetal. Aus diesem Grund wurde am 30. November 2011 die Kirche in Nordstemmen entwidmet und diente bis 2014 als Gemeindezentrum für die neue Gemeinde. Am 29. September 2013 erfolgte schließlich die Entwidmung der Kirche in Elze. Seitdem dient die Kirche in Gronau der Gemeinde Leinetal als alleiniges Zuhause.
Die Gemeinde Leinetal wuchs immer weiter zusammen. Viele Veranstaltungen haben sich entwickelt, wie die jährlichen Gemeindeausflüge und Feste. Auch entstand ein Förderverein, ein Orga-Team, ein Besuchsdienst für Kranke Geschwister, ein Begrüßungsdienst oder die Gruppe „Trauerbegleitung“, um einige zu nennen. Die schönen Momente der Vergangenheit konnten in der neuen Gemeinde fortgeführt werden. Im Jahre 2021 bestand die Gemeinde Leinetal 10 Jahre.
Im Jahr 2025 finden seit 100 Jahren neuapostolische Gottesdienste in der Umgebung Elze, Gronau und Nordstemmen statt. Ein Jubiläum, dass gemeinsam gefeiert werden kann. In dieser Zeit wurden die Gemeinden von vielen Kräften, Amtsträgern und mehr als 17 Vorstehern begleitet. Heute besteht die Gemeinde Leinetal aus 205 Mitgliedern und wird von dem Vorsteher Evangelist Dieter Pönsgen sowie vier Priestern und fünf Diakonen betreut.
Wir danken dem himmlischen Vater für die positive Entwicklung und Begleitung. Ein Dank geht an alle, durch deren unermüdlichen Einsatz diese Entwicklung möglich wurde. Einen lieben Grüß senden wir in die Ewigkeit an die Gründerväter und Mütter unserer Gemeinden. Wir sehen mit Freude und Dank in die Vergangenheit und freuen uns auf die Zukunft.
Herzlich willkommen zu diesem Festgottesdienst.