Die Geschichte der Gemeinde Nordstemmen geht bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. In dieser Zeit wurden von Amtsbrüdern aus der Gemeinde Hildesheim auch in Nordstemmen viele Menschen eingeladen und es konnten die ersten Gottesdienste in Nordstemmen gefeiert werden. Zu diesem Zweck stellte das Ehepaar Kasten, welches zu den ersten Glaubensgeschwistern in Nordstemmen zählte, ihre Wohnung in der Straße „Im Winkel“ für Versammlungen und Gottesdienste zur Verfügung. Leider mussten aus verschiedenen Gründen die Gottesdienste in Nordstemmen wieder eingestellt werden. Die 15 Nordstemmer Glaubensgeschwister besuchten seit dem wieder die Gottesdienste in Elze.
Im Jahre 1953 zogen die Eheleute Wilhelm und Waltraud Koch von Elze nach Nordstemmen. In diesem Jahr empfing Wilhelm Koch seinen ersten Amtsauftrag (als Unterdiakon). Somit war er der erste ortsansässige Amtsträger und der Grundstein einer späteren Gemeindegründung war gelegt. In dieser Zeit stieg die Zahl der Gemeindemitglieder aus Nordstemmen und der damalige Bezirksälteste Krysewski bemühte sich im Zuge dessen um eine eigene Versammlungsstätte. 1959 wurde überraschend ein Raum gefunden, der im Januar 1960 von Apostel Knigge angemietet werden konnte. Es handelte sich um ein kleines Nebengebäude in der „Hauptstraße 127“, indem sich die ehemalige Wäscherei der Familie Zeidler befand. Nach der Renovierung weihte Bischof Ernst am 19. März 1960 die neue Versammlungsstätte mit dem Bibelwort aus Lukas 13, 23+24. Der Gottesdienstraum war mit 60 anwesenden bis auf den letzten Platz besetzt.
Die kleine Schar an Gemeindemitgliedern wuchs stetig. Im Jahre 1963 wurde mit dem Unterdiakon Kurt Kynast der zweite Amtsträger in Nordstemmen ordiniert. Der 30. Juni 1971 war ein besonderer Tag. In dem Gottesdienst empfing der langjährige Diakon Wilhelm Koch das Priesteramt. Nun hatten die Glaubensgeschwister in Nordstemmen einen eigenen Priester. Es dauerte auch nicht mehr lange und in Nordstemmen konnte 1972 eine eigene Gemeinde gegründet werden. Zum Ende des Jahres 1972 bestand die Gemeinde bereits aus 32 Mitgliedern.
Da der nur 40 m² große Raum der ehemaligen Wäscherei trotz mehrmaligen liebevollen Renovierens der stark wachsenden jungen Gemeinde langsam zu klein wurden, hat der damalige Bezirksapostel den Auftrag zur Suche nach einem passenden Grundstück zum Kirchenneubau erteilt. 1977 wurde ein passendes Grundstück in der Straße „Am Born 3“ gefunden. Da während der Baggerarbeiten sich herausstellte, dass der Baugrund aus Fließsand und durchwässertem Ton bestand, waren umfangreiche Baggerarbeiten nötig geworden, so dass am 26. Februar 1980 in Anwesenheit des Bischof Krysewski das Richtfest gefeiert werden konnte. Am 21. November 1980 weihte schließlich Bezirksapostel Steinweg die neue Kirche und übergab sie in die Hände der Nordstemmer Glaubensgeschwister.
Wie sich die Zahl der Gemeindemitglieder in den vielen Jahren verändert hat, so hat auch jeder Vorsteher die Gemeinde auf seine Weise geprägt. Diese Verantwortungsvolle Aufgabe wurde zu Beginn von Amtsträgern der umliegenden Gemeinden erfüllt bis Priester Wilhelm (Willi) Koch als Gemeindeleitung beauftragt wurde. Liebevoll leitete er die Gemeinde bis zu seiner wohlverdienten Ruhesetzung am 13. Januar 1988. Ihm folgte der Priester Detlef Mahrhold zunächst als beauftragter Priester und später als Vorsteher in dieser Aufgabe nach. In dieser Aufgabe diente er den Nordstemmer Glaubensgeschwistern bis zum 23. Oktober 1995. An diesem Tag wurde in einem Gottesdienst der langjährige Priester Alfred Paland mit der Verantwortung als Vorsteher betraut. Bis zu seiner Ruhesetzung am 31. Juli 2002 nahm er diesen Auftrag freudig wahr. Ihm folgte der neu ordinierte Evangelist Rolf Marquardt, der ebenfalls auch die Gemeinde Delligsen leitete. Am 8. Februar 2006 erfolgte die Beauftragung des Bezirksevangelisten Michael Stauch, die Gemeinde Nordstemmen zu leiten, bis am 4. Juli 2007 diese wichtige Aufgabe in die Hände des Priesters Klaus Mahrhold gelegt wurde.
Hervorzuheben sind auch die über die Konfessionsgrenzen hinweg entstandenen Verbindungen zu Christen anderer Religionsgemeinschaften. So konnten Begegnungen zum gegenseitigen Kennenlernen mit der evangelischen Johannisgemeinde in Nordstemmen stattfinden. Darüber hinaus beteiligte sich der Gemeindechor an verschiedenen ökumenischen Konzerten, u.a. zusammen mit Chören der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden aus Sarstedt an den Sarstedter Musiktagen. Auch konnte in der Gemeinde ein Gesprächskreis installiert werden, in dessen Rahmen geistige aber auch andere Themen unter den Glaubensgeschwistern besprochen werden konnten. In der jüngsten Zeit konnte auch die Möglichkeit geschaffen werden, einmal monatlich einen Austausch der Gottesdienstteilnehmer nach einem Gottesdienst zu ermöglichen. Hinzukamen etliche Gemeindefeste, Weihnachtsfeiern oder auch gelegentliche Kaffeetrinken. Viele Opfer und Handreichungen wurden in den Jahren gemacht, sodass auch hier eine „Wohlfühlgemeinde“ entstehen konnte. Man kann sagen, dass die Nordstemmer Geschwister durch die vielen gemeinsamen Aktivitäten zu einer „kleinen Familie“ zusammengewachsen sind.
Im Jahre 2010 konnten die etwa 70 Gemeindemitglieder freudig und dankbar das 50. jährige Jubiläum der Feier der Gottesdienste in eigenen Versammlungsstätten in Nordstemmen feiern, davon 30 Jahre in der eigenen Kirche. Etliche heilige Wassertaufen, heilige Versiegelungen und Konfirmationen fanden in den Jahren in der Gemeinde statt.
In dieser Zeit wurden bereits viele gemeinsame Gottesdienste und weitere Veranstaltungen, wie z.B. Gemeindefeste mit den Nachbargemeinden Elze und Gronau gefeiert. Aufgrund der demographischen Entwicklung und zur Bündelung der Kräfte in den Gemeinden wurde am 4. Dezember 2011 die neue Gemeinde Leinetal gegründet. Der Letzte Gottesdienst der Gemeinde Nordstemmen fand am Sonntag, den 30. November 2011 statt. In diesem sehr einfühlsamen und tröstenden Gottesdienst wurde das wunderschöne Kirchengebäude entwidmet und seiner zukünftigen Bestimmung übergeben. Damit ging ein langer und segensreicher Abschnitt der Gemeinde zu Ende, der aber in der neuen Gemeinde fortgesetzt werden soll. Zunächst wurde das Gebäude bis zu seiner Veräußerung im Frühjahr 2014 als Gemeindezentrum genutzt. Hier fanden Aktivitäten wie Gesprächsabende, Ämterversammlungen, Seniorentreffen sowie Kindergottesdienste statt. Die Gottesdienste der neuen Gemeinde Leinetal wurden im monatlichen Wechsel in den Kirchen in Elze und Gronau bis zum 29. September 2013 gefeiert. Seit der Entwidmung der Elzer Kirche finden die Gottesdienste der Gemeinde nur noch in Gronau statt. Die letzte Veranstaltung in der ehemaligen Kirche in Nordstemmen war eine Braunkohlwanderung mit anschließendem Braunkohlessen am 1. März 2014. Zu diesem Anlass konnten alle Geschwister noch einmal Abschied von ihrer in den Jahren liebgewonnenen Kirche nehmen.
Vorsteher und beauftragte Priester* der Gemeinde Nordstemmen:
1960-1972 Amtsbrüder aus Elze und Hildesheim
1972-1988 Priester Wilhelm Koch (beauftragter Priester)
1988-1995 Priester Detlef Mahrhold (bis 1992 beauftragter Priester)
1995-2002 Priester Alfred Paland
2002-2006 Evangelist Rolf Marquardt
2006-2007 Bezirksevangelist Michael Stauch
2007-2011 Priester Klaus Mahrhold
*= Angegeben ist der letzte Amtsauftrag, in dem der jeweilige Amtsträger diente.
Gottesdienstorte in Nordstemmen:
1920er Jahre Wohnung Glaubensgeschwister Kasten
1960-1980 Ehemalige „Wäscherei Zeidler“, Hauptstraße 127
1980-2011 Kirche „Am Born 3“
Neuapostolische Kirche