Gemeinde Elze (1925-2011)

Bereits ab dem Jahr 1925 fanden neuapostolische Gottesdienste in Elze statt. Amtsträger aus den Gemeinden Hildesheim und Hannover wurden damit beauftragt, zugezogene Geschwister in Elze zu betreuen. Durch ihre Arbeit wurde schnell Heinrich Meyer auf die Neuapostolische Kirche aufmerksam und ließ sich bereits 1926 in Hildesheim versiegeln. Schon ein Jahr später (1927) hatten sich die Anfänge in Elze so verfestigt, dass von einer Gemeinde gesprochen werden konnte. Im Oktober 1931 wurde Bruder Meyer zum Unterdiakon und 1934 zum Diakon ordiniert. Somit war Diakon Meyer der erste ortsansässige Amtsträger in der jungen Gemeinde Elze. Zusammen mit dem späteren Unterdiakon Wilhelm Eichler sowie den Amtsbrüdern aus Hannover und Hildesheim mit der Unterstützung der Elzer Geschwister konnte die Gemeinde schnell wachsen. Die Gottesdienste konnten seit 1925 in den Räumlichkeiten der Rathausschule an der Hauptstraße gefeiert werden. 1933 wurde dies jedoch von der neuen Regierung nicht mehr gestattet. So hat Bruder Meyer kurzentschlossen Räumlichkeiten in der Gastwirtschaft Schulte anmieten können. Der dortige Raum entsprach jedoch auf Dauer nicht den Anforderungen der schon größeren Gemeinde, sodass am 11. Dezember 1935 durch den damaligen Apostel Knigge ein neuer Gottesdienstraum im „Goldenen Winkel“ geweiht werden konnte. Bei diesem Gottesdienst konnten 110 Gottesdienstteilnehmer begrüßt werden. Zu diesem Zeitpunkt, sieben Jahre nach der Gemeindegründung, bestand die Gemeinde schon aus 60 Geschwistern (1937 107 Geschwister). Im Dezember 1948 konnte während eines Gottesdienstes des Apostels Knigge mit Ernst Ringeling der erste ortsansässige Priester ordiniert werden. Im Jahre 1951 wurde der spätere Bischof Krysewski ebenfalls als Priester gesetzt. Zusammen mit den vielen Diakonen konnte die Gemeinde Elze sich nun selbständig versorgen. Nachdem die Gemeinde kommissarisch von Priester Ringeling geleitet wurde, konnte im Jahre 1952 der zukünftige Bischoff Krysewski als Vorsteher beauftragt werden.

Da die Gemeinde stetig wuchs, 1956 zählte die Gemeinde 159 Mitglieder, wurde eine neue Versammlungsstätte gesucht. Die Freude der Geschwister war groß, als am 22. Dezember 1956 die eigene Kirche in Elze am Draustweg 2 (eine ehemalige massiv gebaute Scheune) durch den Bezirksapostel Knigge geweiht wurde (316 Gottesdienstteilnehmer). Viele Gemeindemitglieder kamen zu der Zeit aus Gronau um die Gottesdienste in Elze zu besuchen, sodass dort im Jahre 1957 eine eigene Gemeinde gegründet werden konnte (siehe Gemeinde Gronau).

Zur Entlastung des mittlerweile Bezirksältesten Krysewski wurde der spätere Hirte Kurt Höfert im Jahre 1964 als Vorsteher beauftragt. In dieser Funktion diente er liebevoll den Elzer Geschwistern, bis er auf Wunsch des Apostels 1971 nach Göttingen verzog um die dortigen Gemeinden zu unterstützen. Zum neuen Vorsteher der Gemeinde Elze wurde der Priester Heinz Koch beauftragt. Nachdem seit 1960 in Nordstemmen ebenfalls Gottesdienste gefeiert wurden und die Zahl von Gemeindemitgliedern aus Nordstemmen stetig zunahm, konnte im Jahre 1972 auch eine Gemeinde in Nordstemmen gegründet werden. Somit ist die Gemeinde Nordstemmen bereits die zweite Gemeinde, die aus der Gemeinde Elze entstand (siehe Gemeinde Nordstemmen).

In dieser Zeit wurden einige Veränderungen an der Kirche am Draustweg vorgenommen. Eine Heizungsanlage sowie Wasser- und Abwasserleitungen wurden installiert. Darüber hinaus entstanden Kinder- und Jugendräume und die Kirche wurde neu verputzt und verklinkert bis im Jahr 1975 alle Arbeiten abgeschlossen waren. Am 03. Juni 1979 wurde der Priester Erwin Kühn von Apostel Arno Steinweg als Vorsteher beauftragt. In dieser Funktion diente er treu den Geschwistern bis er in den wohlverdienten Ruhestand trat. Am 31. Dezember 1991 besucht Bezirksapostel Arno Steinweg die Gemeinde Elze und entband Priester Kühn von seiner Funktion. Gleichzeitig wurde Priester Hans Joachim Teifke als neuer Vorsteher beauftragt. In dieser Zeit wurden die ersten Gemeindefeste auf dem Kirchengrundstück gefeiert, die noch heute vielen Geschwistern in fröhlicher Erinnerung geblieben sind. Priester Teifke erfüllte seine Aufgabe freudig bis er im Jahre 1999 aus beruflichen Gründen nach Hannover verzog. Aus diesem Grund wurde in einem Festgottesdienst am 1. Juni 1999 des Bezirksapostels Klingler der Priester und spätere Evangelist Harald Jerschke aus Hildesheim als Vorsteher beauftragt.

Im Verlauf der Tätigkeit des Priesters Jerschke konnte die Gemeinde Elze im Jahre 2002 ihr 75-jähriges Bestehen feiern und mit großer Dankbarkeit auf die vergangenen Jahre schauen. Zur Freude der Geschwister besuchte zu diesem Anlass der Bezirksapostel Klingler die Gemeinde und diente mit dem Wort aus dem 75. Psalm, 2-4. Da die Tätigkeit des Priesters Jerschke in Elze auf die Dauer von fünf Jahren begrenzt war, wurde er im Jahre 2004 von seiner Aufgabe entbunden um den Geschwistern in Hildesheim wieder zu dienen. Im gleichen Gottesdienst wurde der damalige Priester Dieter Pönsgen als neuer Vorsteher der Gemeinde Elze beauftragt. Da der Priester Pönsgen ursprünglich aus Köln in die Gemeinde aus beruflichen Gründen zog, konnte er auch ein bisschen seiner rheinischen Frohnatur mit nach Elze bringen.

Am 23. März 2008 wurde die Gemeinde Elze zum Gottesdienst des Apostels Stegmaier in die Nachbargemeinde Gronau eingeladen. In diesem Gottedienst wurde der langjährige Gronauer Vorsteher Evangelist Matthias Krysewski von seiner Aufgabe entbunden um andere Aufgaben in der Gebietskirche Mitteldeutschland zu übernehmen. Die Aufgabe des Vorstehers der Gemeinde Gronau wurde von dem Priester Pönsgen übernommen, der in diesem Gottesdienst zum Evangelisten ordiniert wurde.

In dieser Zeit wurden viele gemeinsame Gottesdienste und weitere Veranstaltungen, wie z.B. Gemeindefeste mit den Nachbargemeinden Gronau und Nordstemmen gefeiert. Aufgrund der demographischen Entwicklung und zur Bündelung der Kräfte in den Gemeinden wurde am 4. Dezember 2011 die neue Gemeinde Leinetal gegründet. Der Letzte Gottesdienst der ehemaligen Gemeinde Elze fand am 27. November 2011 statt. Damit ging ein langer und segensreicher Abschnitt der Gemeinde zu Ende, der aber in der neuen Gemeinde fortgesetzt werden soll. Die traditionsreiche Kirche in Elze am Draustweg, die auch über die Gemeinde und den Bezirk hinaus weit bekannt war (fanden doch in den etlichen Jahren unzählige Jugendtreffen, Ämterstunden und Feste in der Kirche und auf dem liebevoll gepflegten Grundstück statt) konnte noch im monatlichen Wechsel mit der Kirche in Gronau für die Gottesdienste der Gemeinde Leinetal genutzt werden bis sie am 29. September 2013 durch den Bezirksevangelisten Stauch entwidmet wurde. So gingen 57 Jahre der Kirche in Elze mit etwas Wehmut aber größer Dankbarkeit für die schöne Zeit dem Ende zu. Das Gebäude wurde schließlich im Oktober 2013 veräußert.

 

Vorsteher* der Gemeinde Elze:                       

1925-1948 Amtsbrüder aus Hannover und Hildesheim, u.a. Priester Gottlob Lude

1948-1952 Priester Ernst Ringeling

1952-1964 Bischof Kurt Krysewski

1964-1971 Hirte Kurt Höfert

1971-1979 Priester Heinz Koch

1979-1991 Priester Erwin Kühn

1991-1999 Priester Hans-Joachim Teifke

1999-2004 Evangelist Harald Jerschke

2004-2011 Evangelist Dieter Pönsgen

*= Angegeben ist der letzte Amtsauftrag, in dem der jeweilige Amtsträger diente.

 

Gottesdienstorte in Elze:

1925-1933 Rathausschule

1933-1935 Gasthaus Schulte

1935-1956 Raum „im goldenen Winkel“

1956-2013 Kirche am Draustweg 2