„Es ist schön, Leinetaler zu sein“: Gemeinde Leinetal feiert Jubiläumsgottesdienst mit anschließendem Brunch

Vor 100 Jahren fand der erste Neuapostolische Gottesdienst im Leinetal statt – dieses Jubiläum feierte die Gemeinde Leinetal mit einem Festgottesdienst am 22. Juni 2025 mit anschließendem Beisammensein.

Die Predigt hielten der Bezirksvorsteher, Hirte Dirk Ballosch und Gemeindevorsteher, Evangelist Dieter Pönsgen. Das Gemeindeorchester umrahmte den Gottesdienst zusätzlich zum Gemeindegesang mit einigen, dem festlichen Anlass entsprechenden Liedern.

Aufschluss über die Anfänge der Neuapostolischen Gottesdienste im Leinetal gab die Chronik, aus der Rolf Marquardt vor Gottesdienstbeginn einen Auszug vortrug. Seit dem Jahr 1925 wurden in der Region Leinetal regelmäßig neuapostolische Gottesdienste gefeiert: Anfänglich fanden sie in Elze in der Rathausschule und später in einer Gastwirtschaft statt. Auch in Gronau konnten Räume in Gaststätten für die Gottesdienste genutzt werden. In Nordstemmen stellte ein Ehepaar seine Wohnung für Gottesdienste zur Verfügung.

Nach einigen Umzügen fand die Elzer Kirchengemeinde am 22. Dezember 1956 in einer zur Kirche umgebauten Scheune im Draustweg ein Zuhause. Die Gronauer Kirchenmitglieder zogen am 14. Dezember 1983 ins neu gebaute Kirchengebäude im Hohen Escher ein. 1972 konnte auch in Nordstemmen eine Neuapostolische Gemeinde gegründet werden, ihr Kirchengebäude befand sich seit dem 21. November 1980 in der Straße Am Born.

Obwohl die drei Gemeinden Elze, Gronau und Nordstemmen nun eigenständig waren, blieben sie in enger Verbundenheit. Seit den 2000er-Jahren fanden gemeinsame Gottesdienste und weitere Veranstaltung statt. Aufgrund des demographischen Wandels erfolgte am 4. Dezember 2011 die Zusammenlegung der drei Gemeinden Elze, Gronau und Nordstemmen zur neu gegründeten Neuapostolischen Gemeinde Leinetal. Das Kirchengebäude in Nordstemmen wurde am 30. November 2011 entwidmet, am 29. September 2013 erfolgte die Entwidmung der Kirche in Elze. Seitdem dient das Kirchengebäude in Gronau der Gemeinde Leinetal als alleiniges Zuhause.

Die Gemeinde Leinetal wuchs immer weiter zusammen: Jährliche Feste und Gemeindeausflüge stärken die Gemeinschaft, zudem bildeten sich unter anderem ein Förderverein, ein Orga-Team und die Gruppe „Trauerbegleitung.“ In den vergangenen 100 Jahren wurden die Neuapostolischen Gemeinden im Leinetal von unzähligen Amtsträgern und mehr als 17 Vorstehern begleitet. Die heutige Gemeinde Leinetal umfasst 205 Mitglieder und wird vom Vorsteher Evangelist Dieter Pönsgen, vier Priestern und fünf Diakonen betreut.

Hirte Ballosch verglich die Gemeinde in seiner Predigt mit einer Hundertjährigen, die jedoch nicht alt und gebrechlich sei, sondern würdevoll, weise, gütig, erfahren, verständnisvoll, ruhig, sicher und geduldig. Über den Grundpfeiler des Glaubens, die Wahrheit im Evangelium, sei sich diese Hundertjährige durchaus im Klaren. Angesichts der Krisen und Kriege überall auf der Welt betonte Hirte Ballosch, wie wichtig es sei, für Frieden zu beten. Gleichzeitig sei es Aufgabe aller Gemeindemitglieder, die Gemeinschaft, die die Vorfahren hinterlassen haben, weiter zu pflegen.

Dem schloss sich auch Evangelist Pönsgen an, er bezeichnete es als „Riesenauftrag“, dafür zu sorgen, dass auch in 100 weiteren Jahren noch Gottesdienste im Leinetal gefeiert werden können. Er verlieh zugleich seiner Dankbarkeit Ausdruck gegenüber denjenigen, die den Weg der Gemeinden im Leinetal geebnet haben, und gegenüber allen, die heute zur Gemeinde Leinetal gehören und ihre Gemeinschaft mitprägen: „Es ist schön, Leinetaler zu sein“, empfand Pönsgen. Passend dazu blieben im Anschluss an den Gottesdienst noch alle, um beim gemütlichen Brunch im Schatten der großen Bäume auf dem Grundstück die Gemeinschaft und das Jubiläum zu feiern.

________________________________________________

Kurzchroniken der Gemeinden

Jubiläumsseite "100 Jahre Gottesdienst im Leinetal"